Nur Sekunden nach Ausbruch: Ein Tannenbaum im Vollbrand. (Quelle: Flickr.) Advent, Advent, ein Lichtlein brennt ... - und manchmal leider auch mehr. Damit es aber am Heiligabend tatsächlich bei vier brennenden Kerzen bleibt und der Adventskranz zu Weihnachten nicht lichterloh in Flammen steht, gibt es einige feuerfeste Tipps Ihrer Feuerwehr: Am wichtigsten ist es, den Adventskranz und auch den Christbaum möglichst feucht zu halten. So gehört der Weihnachtsbaum in ein Gefäß mit Wasser, und der Adventskranz kann mit dem Blumenbestäuber frisch gehalten werden. Tatsächlich sind es in den letzten Jahren meist ausgetrocknete Adventskränze, die Brände auslösen. Christbäume werden heutzutage meistens mit elektrischen Kerzen und Lichterketten behängt. Bei deren Kauf sollte auf Qualität geachtet werden. So ist es wichtig, dass die Ketten mit dem sogenannten CE-Zeichen versehen sein. Warnhinweise und Erklärungen müssen in deutscher Sprache abgefasst sein! Der Hersteller muss auf der Verpackung genannt sein, und bei Außenlichterketten darf die Kennzeichnung "IP 44" nicht fehlen! Doch immer wieder überraschen Meldungen in der Adventszeit über Brände, deren Ausgangspunkt der Weihnachtsbaum oder der Adventskranz war. Unverständnis macht sich breit.
» War da keine Möglichkeit, diesen Brand zu verhindern? » Warum breitete sich der Brand so schnell aus? » Gibt es keine Möglichkeit, den Weihnachtsbaum einfach schwer entflammbar zu machen. Rund 400.000 Nadeln hat die "Standardausführung" eines Weihnachtsbaumes, eine Fichte von 2.20 Meter Höhe. Die Nadeln, nicht die Zweige und der Stamm, stellen im wesentlichen die gefährliche Brandlast des Baumes dar. 400.000 Einzelelemente von brennbaren Stoff, die sich im Abstand von nur wenigen Millimetern befinden. |
Schneidet man eine Nadel auf und legt sie unters Mikroskop, so erkennt man, dass das Innere der Nadel aus winzigen Harznestern, aus sog. Harzseen besteht. Pflanzliches Gewebe, dessen Festigkeit sich mit dem Feuchtigkeitsgehalt erhöht und am ungeschlagenen Baum nahezu die Brandschutzklasse "schwerentflammbar" erreicht. Geschlagen werden Weihnachtsbäume Ende November. Über 2-3 Wochen lang erhalten die Nadeln dann keine Feuchtigkeit mehr, dörren aus und werden zunehmend brennbarer. Werden diese Harzseen im Inneren einer Nadel (z. B. durch eine Kerzenflamme) erhitzt, so beginnt das Harz sich zu verflüssigen und im weiteren zu verdampfen. Der brennbare Dampf baut einen derart hohen Druck auf, dass das umschließende pflanzliche Gewebe wie bei einer Explosion auseinandergerissen wird. Je trockener der Baum, desto früher setzt dieser Vorgang ein. Der sich bildende Dampfdruck kann so stark ansteigen, dass durch die Explosion Luftmassen verdrängt und unmittelbar in der Nachbarschaft stehende Kerzen buchstäblich ausgeblasen werden. Der Harzdampf, der freigesetzt wird, verbrennt schlagartig und löst eine Kettenreaktion aus. Flammen springen dann von Nadel zu Nadel. Lametta wird abgefackelt. Kugeln fallen herunter. Noch aufrecht stehende Kerzen geben ihre Standfestigkeit unter der entstehenden Erwärmung auf, werden nun auch zu "Brandstiftern". Innerhalb weniger Sekunden steht der ganze Baum in Flammen. Geschenkkartons und -papier, Vorhänge und andere brennende Materialen werden von den Flammen erfasst. Irgendwann wird der Baum durch den unterschiedlichen Abbrand kopflastig, stürzt um, setzt die Brandausbreitung fort. Bitte beachten: Wir übernehmen für unsere Sicherheitstipps keine Gewähr. |